Kurse und Seminare mit unserer Beteiligung:

Seminar „Vom Schüttgut zum Silo“

Vom Schüttgut zum Silo
Charakterisieren und Lagern von Pulvern und Schüttgütern
Braunschweig, 23. -24. Februar 2015

Leitung: Prof. Dr. Dietmar Schulze, Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften Hochschule Braunschweig/Wolfenbüttel

Dieser Kurs ist die Fortsetzung des von 1983 bis 2005 vom Institut für Mechanische Verfahrenstechnik der TU Braunschweig unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Jörg Schwedes erfolgreich veranstalteten Schüttgutkurses und findet unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Dietmar Schulze nun schon zum zehnten Mal statt.

Fast alle Industriezweige beschäftigen sich mit Pulvern oder Schüttgütern, von der Pulverlackierung bis hin zu Lebensmitteln, von Nanopulvern und pharmazeutischen Stoffen bis hin zu Massengütern wie Zement, Kohle und Erz, von trockenen Stoffen wie Filterasche bis hin zu feuchten Schüttgütern wie Filterkuchen, Lehm und Ton. All diese Stoffe müssen transportiert, gelagert, dosiert oder anderweitig gehandhabt werden. Dabei spielt die Charakterisierung von Pulvern und Schüttgütern hinsichtlich der Fließeigenschaften eine wichtige Rolle u.a. im Rahmen der Produktentwicklung, der Kundenunterstützung und schließlich auch bei der Behandlung von Reklamationen.

Speziell beim Austragen von Pulvern und Schüttgütern aus Silos, Zuführtrichtern, Transportbehältern etc. können größere Probleme auftreten, z.B.

  • Fließstörungen,
  • Entmischung,
  • unregelmäßiger Fluss (Schießen)


Um diese Probleme zu vermeiden, sind Lösungen unter Berücksichtigung der Eigenschaften des Schüttgutes zu finden.
Ausgehend von dieser Situation geht der Kurs auf die Fragen ein, die sich bei der Entwicklung, Herstellung, Handhabung und Lagerung von Pulvern und Schüttgütern immer wieder stellen:

  • Wie kann das Verhalten des Schüttgutes beschrieben und gemessen werden?
  • Wie können Behälter, Silos, Trichter etc. so gestaltet werden, dass die gewünschte Funktion gesichert ist?
  • Welchen Einfluss hat das Schüttgut auf die festigkeitsmäßige Auslegung eines Silos?
  • Wie sind Austraggeräte zu gestalten, um einen störungsfreien Schüttgutaustrag zu erreichen?
  • Warum entmischt sich das Schüttgut im Silo und was kann dagegen getan werden?
  • Welche Spannungen treten im Schüttgut auf?
  • Wie kann ein Schüttgut schonend gelagert und ausgetragen werden?
  • Wo und wofür können Austraghilfen eingesetzt werden?
  • Wie können bereits bei der Planung einer Siloanlage spätere Probleme vermieden werden?

 

Wesentliche Themen der Vorträge

  • Fließverhalten von Schüttgütern
  • Ermittlung der Fließeigenschaften
  • Probleme beim Lagern von Schüttgütern
  • Siloauslegung
  • Spannungen in Silos
  • Entmischung
  • Austraggeräte und Austraghilfen
  • Dosieren
  • Gestaltungsmöglichkeiten
  • Fallbeispiele
  • "Neue Silonorm" DIN 1055-6:2005-03 und EuroCode 1 Teil 4(DIN EN 1991-4)

 

Der Kurs wendet sich an

Ingenieure und Techniker, Chemiker, Physiker und Pharmazeuten in Planung, Entwicklung und Betrieb. Auch für Bauingenieure (Statiker) ist die Teilnahme sinnvoll, da die im Silo  entstehenden Lasten maßgeblich vom Schüttgut beeinflusst werden.

Referenten

Dietmar Schulze, Prof. Dr.-Ing.,
studierte Maschinenbau/Verfahrenstechnik an der TU Braunschweig; 1991 Promotion am Institut für Mechanische Verfahrenstechnik (Prof. Schwedes). 1991 Gründung von "Schwedes + Schulze Schüttguttechnik" und 1993 von "Dr. Schulze Schüttgutmesstechnik" (Messgeräte für die Schüttguttechnik). Seit 1996 Professor für Mechanische Verfahrenstechnik am Institut für Recycling der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften Hochschule Braunschweig/Wolfenbüttel.

Harald Heinrici, Dipl.-Ing.,
studierte Maschinenbau/Verfahrenstechnik an der TU Braunschweig, 1983 bis 2000 Schenck Process GmbH, Darmstadt, zuletzt Leiter der Entwicklung Mechanik. Seit 2001 Ingenieurbüro "Schwedes + Schulze Schüttguttechnik", Braunschweig.

Martin Kaldenhoff, Dr.-Ing.,
studierte Bauingenieurwesen an der Universität Hannover, 1991 bis 1992 Ingenieurbüro Dr. Binnewies, Hamburg (Tragwerksplanung), 1993 bis 1998 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am  Institut für Stahlbau, TU Braunschweig, danach Mitarbeiter, später Partner im Ingenieurbüro Prof. Hering, Hartenberger, Wienecke + Partner. Seit 2009 HHW Gesellschaft Beratender Ingenieure mbH in Braunschweig

Weitere Informationen und Anmeldeformular bei der GVT, dort unter Hochschulkurse:
www.gvt.org

Veranstalter:
GVT-Forschungs-Gesellschaft Verfahrens-Technik e.V.
Theodor-Heuss-Allee 25
D-60486 Frankfurt am Main

Seminar „Eurocode – Anwendung im Silobau“

Zum Thema
Seit 2012 sind die DIN-Normen im bauaufsichtlichen Bereich auf europäische Vorschriften umgestellt - betroffen sind gleichermaßen die Normen für die Einwirkungen als auch die Bemessungsnormen. Für den Silobereich ergibt sich daraus die Anwendung der Norm DIN EN 1991-4 zur Ermittlung der Lasten infolge des gelagerten Schüttgutes. Speziell für die Bemessung von Silobauwerken stehen im Bereich des Stahl- und Spannbetonbaus die Regeln der Norm DIN EN 1992-3 und für den Stahlbau die der DIN EN 1993-4-1 zur Verfügung. Darüber hinaus sind auch die Regeln der Grundnormen DIN EN 1992-1 und DIN EN 1993-1 zu beachten, die jedoch auf die spezifischen Beanspruchungen in Silozellen sinnvoll interpretiert werden müssen.

Zielgruppe
Tragwerksplaner, Hersteller und Betreiber von Siloanlagen, Bauämter, Bauaufsicht und Architekten.

Veranstaltungsziel:

  • Sie werden mit den verfahrenstechnischen Grundlagen vertraut gemacht, die zu einem besseren Verständnis des Schüttgutverhaltens in Silozellen führen.
  • Sie werden mit den maßgeblichen Bemessungssituationen vertraut gemacht.
  • Ihnen werden die Hintergründe einiger typischer und relevanter Einwirkungen vermittelt.
  • Ihnen werden die spezifischen Besonderheiten bei Umsetzung der Lastansätze im Rahmen der Bemessungsaufgabe erläutert.

 

Veranstaltungsinhalt:

  • Verfahrenstechnische Grundlagen
  • Begriffe, Fließprofile, schüttgutspezifische Merkmale
  • Schüttgutkennwerte
  • Einfluss der bemessungsrelevanten Kennwerte auf die Einwirkungsgrößen, Streuung der Kennwerte, Ermittlung von Kennwerten
  • Lastansätze
  • Maßgebliche Bemessungssituationen nach DIN EN 1991-4, Vergleiche mit DIN 1055-6:2005
  • Bemessung von Silozellen
  • Bemessung von Stahlbetonsilos nach DIN EN 1992-1 und DIN EN 1992-3 unter Berücksichtigung der Einwirkungskombination Ringzug, Biegung und Querkraft und unter dem Aspekt der Ermüdung
  • Bemessung von Metallsilos nach DIN EN 1993-1 und DIN EN 1993-4-1, Stabilitätsbetrachtungen, Besonderheiten bei der konstruktiven Ausbildung

    
DIN-Akademie im Beuth Verlag
Am DIN-Platz
Burggrafenstr. 6, 10787 Berlin
E-Mail: dinakademie@beuth.de
Auskünfte: Telefon: 030 2601-2518
Veranstaltungsort: Bochum